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| Grabplatte und Gruft |
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DER BEZIRKSSPAZIERGANG... von Doris Weis, Kustodin des Bezirksmuseums 2002, bei der Innenrenovierung der Ägydiuskirche in Pötzleinsdorf, wurden zwei interessante Funde gemacht. Grabplatte und GruftGrabplatte. Im Presbyterium fanden sich im Fundament der Altarstufe drei Bruchstücke eines alten Grabsteines aus rotem Marmor. Aus der relativ gut erhaltenen Inschrift ergab sich als Datierung das 15. Jahrhundert und der eingravierte Kelch auf dem untersten Bruchstück wies auf einen Priester hin. Die Stücke wurden von Steinmetzen zusammengesetzt und die Oberfläche poliert und die Grabplatte befindet sich heute im Eingangsbereich der Kirche links unter dem Martinsfenster. Sie ist leider nicht ganz vollständig, denn in der, in gotischer Minuskel ausgeführten, Inschrift fehlt rechts der Teil mit Nachname und Todesjahr. Es geht jedoch daraus hervor, dass ein Thomas, Achter (Chorpriester) zu St. Stephan, am Montag nach dem Veitstag (15. Juni) im 15. Jahrhundert gestorben ist. Die abschließende Fürbitte „dem got genad“ zeugt von der Hoffnung, vor Gott Gnade zu finden und des ewigen Lebens nach dem Tod teilhaftig zu werden. Gruft. Der zweite Fund vor dem Altar war eine Art „Kellergewölbe“ im Ausmaß von ungefähr 60 cm Tiefe, 50 cm Breite und 120 cm Länge, in dem sich ein kleines zerfallenes Holzkistchen (ca. 20 x 40 cm groß) mit einem aufgemalten weißen Kreuz, Knochen und längere Holzbretter befanden. Es dürfte sich dabei um eine kleine Gruft, deren Gewölbe mit Brettern verschalt war, gehandelt haben. Die Lage und das Ausmaß ließen vermuten, dass man beim Bau der Barockkirche 1747 -1750 Knochen aus einem älteren Grab gesammelt und zusammen in diesem kleinen Sarg bestattet hat. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Fundstücken konnte aber nicht gefunden werden.
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Grabplatte und Gruft