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| Der erste Christbaum in Währing |
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DER BEZIRKSSPAZIERGANG... von Doris Weis, Kustodin des Bezirksmuseums
Wir können uns heute Weihnachten ohne Christbaum kaum mehr vorstellen und glauben, dass es einen Christbaum „immer“ schon gegeben hat. Dem ist aber nicht so. Der erste Christbaum in WähringWeinhaus Ein Christbaum in Währing, und zwar in Weinhaus, ist erstmals 1829 belegt. In einer Tagebuchnotiz von Friedrich Gentz vom 24.12.1829 beschreibt er die Aufstellung eines Christbaums nebst Geschenken für seinen Kammerdiener Leopold und dessen Familie und das übrige Dienstpersonal in seinem Landhaus in Weinhaus, dem so genannten Gentz-Schlössel, heute der Gemeindebau Rosa-Toepler-Hof Währinger Straße 169-171. Deutsches Brauchtum Der Christbaum kam aus Norddeutschland zu uns. Zwar hatte im Josefinischen Wien der Nikolaus, der als Gabenbringer weitaus bekannter war als das Christkind, den Kindern „einen grünen Baum mit brennenden kleinen Kerzen bestecket, auf welchem etwelche Pfunde candirtes Zuckerbacht glänzen“ beschert, aber zu Weihnachten war davon noch keine Rede. Erster Baum in Wien 1814, als die Bankiersgattin Fanny von Arnstein den ersten Weihnachtsbaum für die Familie und Freunde aufstellte, wurde dies noch misstrauisch von der Metternichschen Geheimpolizei beobachtet. Ein Geheimpolizist, der sich unter den Gästen befand, berichtete am 26.12.1814: „Bei Arnsteins war vorgestern nach Berliner Sitte ein sehr zahlreiches Weihbaum- oder Christbaumfest… Alle gebetenen, eingeladenen Personen erhielten Geschenke oder Souvenirs vom Christbaum.“ - das war somit der erste aktenkundige Baum in Wien. 1816 ist dann ein Weihnachtsbaum bei der deutschen Prinzessin Henriette von Nassau-Weilburg, der Frau von Erzherzog Karl, dokumentiert, aber nicht mehr verdächtig. Verbreitung in Wien Nach und nach fand der Weihnachtsbaum dann Einzug in die Wiener Adels- und Künstlerkreise, zuerst noch vorwiegend bei Zuwanderern aus Deutschland, die in Wien die Sitte aus der alten Heimat aufleben ließen. 1817 stand bei dem, aus Frankfurt stammenden, Maler Josef Alt ein Baum, 1821 beim Burgschauspieler Heinrich Anschütz, der „in einer beschwerlichen Reise“ selbst den Baum aus der Hinterbrühl holte. Und dann dauerte es nicht mehr lange, bis auch die Währinger „ihren“ ersten Christbaum hatten, eben 1829 bei Gentz. Die Weinhauser werden diesen „verdächtigen“ Brauch sicher bestaunt haben. Eine Generation später hatte dieser aber schon Eingang in den Bürgerhäusern der Währinger Dörfer gefunden.
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Der erste Christbaum in Währing





