Wer ist online
Wir haben 7 Gäste onlineAnmeldung
|
|
| Das Türkenloch |
|
DER BEZIRKSSPAZIERGANG... von Doris Weis, Kustodin des Bezirksmuseums
Am 12. September 1683 entschied sich die 2. Türkenbelagerung Wiens durch das Eingreifen des Entsatzheeres, das über den Kahlenberg anrückte und die Türken in die Flucht schlug. Dazu gibt es eine Legende in Pötzleinsdorf. Das TürkenlochAls 1942 der Bäcker Anton Linsbichler den Betrieb in der Pötzleinsdorfer Straße 89 vom Bäcker Anton Kaltenbrunner kaufte, fand er dort im Keller die Öffnung eines nicht ausgemauerten Ganges. Da er einsturzgefährdet war, lies er ihn zumauern. Schon viel früher wurde berichtet, dass ein Gang aus dem Keller des Bäckers Friedrich Faulhaber, der nebenan auf Nr. 87 das sogenannte „Faulhaberische Haus“ besaß, bis unter die Straße geführt haben soll. Dem Volksmund nach ist dieser Gang zur Zeit der großen Türkennot 1683 entstanden und soll bis zum Pötzleinsdorfer Friedhof geführt haben. Eine zweite Version besagt, dass der Gang eine Verbindung zwischen zwei Klöstern gewesen sei, die auf Nr. 87 und an Stelle des Friedhofs gestanden sein sollen. Eine weitere Erzählung berichtet, dass die Türken 1683 den Gang gegraben haben sollen und der damalige Bäcker diese gehört und entdeckt haben soll. Dies allerdings ist unglaubwürdig, da die unterirdischen Minengänge unter der Wiener Stadtmauer gegraben wurden und sicher nicht in Pötzleinsdorf. Wahrscheinlich aber waren es sogenannte Erdställe - von solchen in NÖ früher öfter berichtet wurde -, die als prähistorische Kultstätten, als unterirdische Kirchen oder Zufluchtstätten in Kriegszeiten gedient haben. Wie auch immer, die Türken waren sicher in Pötzleinsdorf, denn es wurde fast vollständig niedergebrannt. Ein Bild nach dem zeitgenössischen Maler Franz Geffels an der Hausmauer der Bäckerei erinnert daran. Neben der Geschäftstür aber sehen wir ein Bild, das Anton Linsbichler als Werbebild malen ließ. Es zeigt einen Türken mit einem Dolch in der Hand aus einem Loch hervorkriechen und einen zweiten, bewaffnet mit Schwertern und Lanze, eine Brezel hochhalten. Darunter lesen wir das Gedicht:
Hier führte einst das Haus entlang
erschienen in der {mosimage}
|










Das Türkenloch