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| Bastiengasse 55 |
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DER BEZIRKSSPAZIERGANG... von Doris Weis, Kustodin des Bezirksmuseums Das allererste Haus von Neu-Gersthof stand in der heutigen Bastiengasse 55Es wurde 1869 auf dem Höhenrücken zwischen Gersthoferbach und Wallrießgraben für den Bürgermeister Karl Bastien, nach dem die später hier vorbeiführende Gasse bereits zu seinen Lebzeiten 1874 benannt wurde, erbaut. Durch die Abgrabung der Bastiengasse wurde aus dem ebenerdigen ein einstöckiges Gebäude. 1883 war es vorübergehend ein Asyl für blinde Kinder.
Karl Bastien entstammte einer französischen Emigrantenfamilie. Der Architekt Claudius Bastien war 1789 mit seiner Familie von Paris nach Wien gezogen. Sein Sohn Ludwig war Koch, u.a. 1817-1827 bei Gentz, und er verdiente anscheinend so viel Geld, dass er sich in Gersthof, heute Gersthofer Straße 138, ankaufen konnte, wo er im 79. Lebensjahr an einer Gehirnlähmung starb. Sein Sohn Karl, geboren 1823, starb ebenfalls in diesem Haus am 27.3.1889. Karl Bastien war in seinem Äußeren und seiner Sprache der Typ eines Urwieners. Er wurde 1860 als Nachfolger von Johann Schwarz zum Bürgermeister gewählt und hatte dieses Amt 28 Jahre lang bis 1888, als er es an Anton Lerchenfelder abgab, inne. In seiner Ära stieg die Häuserzahl durch die Verbauung von Neu-Gersthof von 44 auf 142 und die Einwohnerzahl von 356 auf 1370. Er war einer der Gründer der Freiwilligen Feuerwehr und des Gersthofer Männer-Turnvereins. Er dürfte beliebt und geschätzt gewesen sein, 1886 widmeten ihm die Gersthofer eine Urkunde zum 25. Jahrestag seiner Wahl zum Bürgermeister und schon 1885 war ihm von ihnen das Ehrenbürgerrecht verliehen worden. {mosimage}
erschienen in der {mosimage} 13.2.2008/Doris Weis |



Bastiengasse 55





